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Hideki Matsuyama

Sono-jō ni Hideki (Hau drauf Hideki) – Der Japaner mit dem besten Drive! Im Schnitt in der Saison 2019 auf der PGA Tour 303+ Yards – und bereits 5 PGA Toursiegen in der Tasche. Schauen wir uns seinen Schwungtyp an:

Was ist sein Schwungtyp?

Wie immer ist ein wichtiges Kriterium der Balancepunkt in der Dynamik. Dieser ist auch Folge der zentrierenden (RED), oder extensiven (BLUE), Bewegung des Körperzentrums.

Bild 1* ausbalanciert und relativ aufrecht

Mit Beginn der Powerphase, also im Abschwung, shiftet dieser Punkt entweder hinter die Fußmitte des linken Fußes (BLUE Type) oder zum linken Fußballen (RED Type). Um volle Power zu erzeugen, wird der jeweilige Schwungtyp dann seine typgerechte dynamische Position im Treffmoment zeigen. Da er so die Kraft geerdet und vernetzt durch sein System fliessen lassen kann.

Merkmale im Übergang

Bild 2* – Ausbalanciert und gestreckter linker Arm

Im Übergang zum Abschwung hat er die gute Balance auf dem gleichen Punkt gehalten und die Hände mit gestrecktem linken Arm (BLUE) relativ weit über Kopfhöhe (bevorzugt von BLUE) geschwungen.

Sein Powermove

Bild 3* – Balance hinter Fußmitte und gestrecktes linkes Bein

Im Downswing sieht man den vollen Powermove des BLUE-Type. Typischerweise shiftet dieser, wegen der öffnenden Zentrumsbewegung, den Balancepunkt hinter die linke Fußmitte. Hier auch gut zu sehen durch das Zurücknehmen des Kopfes. (vgl. Cameron Champ)

Das ist ein typischer BLUE Type Impact, bei dem auch das linke Bein früh in Streckung kommt (RED Type dreht vorzugsweise über ein gebeugtes linkes Knie)

BLUE Finish

Bild 4*

Im Finish macht Hideki die geöffnete Bogenspannung mit dem Körpergewicht auf der linken Ferse. Nun, das wird gerne auch von RED Types gemacht, weil es einfach Stolz und ästhetisch aussieht, allerdings ist es bei ihm u.a. Folge des natürlichen Schwungablaufs.

Vor allem der Impact deutet darauf hin, dass sein Ergebnis im Powertyptest dem BLUE-Type entsprechen wird. Ein RED-Type hätte mit dieser Sequenz Schwierigkeiten regelmäßig Monsterdrives zu produzieren!

Ein Bonus aus Caddieperspektive

Bild 5** Bogenspannung

Im Superflow befindlich zeigt Matsuyama hier die Bogenspannung des BLUE Type. Das betrachtet man am besten aus der Caddieperspektive. Das Körperzentrum öffnet sich in eine Bogenspannung mit nach oben zeigendem Energieverlauf. Das ist ein deutliche Ausprägung des BLUE-Types. Der RED Type zeigt hier eher eine KraftLINIE (statt Bogen) mit horizontalem Energieverlauf. Mehr dazu in Kürze!

Hoffe der kurze Review hat euch gefallen!

Hit it Hard, Hideki!

Note: Dieser Review kann dir Hinweise auf den Schwungtyp geben. Ich zeige dabei nur einige dominante Punkte. Du bekommst so einen guten Eindruck von den jeweils wichtigen Faktoren. Nicht alle Teilbewegungen des Spielers müssen dabei zu 100% als RED oder BLUE identifiziert werden. Wichtig ist vor allem die Qualität der Dynamik (extensiv/öffnend oder zentrierend im Körperzentrum). Die Beschreibung betrifft immer den Rechtshandschwung.

Bildquellen • Source:
* Youtube: World Golf Swing Channel "Hideki Matsuyama Driver Shot ~2019 Genesis Open~"
** Youtube: World Golf Swing Channel "Hideki Matsuyama 3 WOOD Shot ~2018 Farmers Insurance Open~"

RED vs. BLUE aus Frontalperspektive

Die Australische Wunderwaffe Adam Scott schlägt den Ball vom Abschlag über 307+ Yards im Schnitt. Auch Jordan Spieths Drivelänge von im Schnitt 300 Yards ist gewaltig – zwar reicht das aktuell nicht für einen Platz unter den Top 50 der Driving Distance auf der PGA-Tour, dennoch sind das echte Monsterdrives. Ich habe einen Vergleich der beiden gefunden, an dem man perfekt einige Punkte der Schwungtypen aus Caddieperspektive erkennen kann.

Flexibel gestreckt vs. flexibel gebeugt

Mannomann… flexibel was?

Damit sind die bevorzugten Gelenkstellungen der Schwungtypen gemeint. Eigentlich sprechen ja viele vom gestreckten linken Arm usw., das ist auch okay – aber nur der BLUE Type mag das wirklich. Let’s see:

Im Umkehrpunkt des Rückschwungs sieht man bei Jordan einen leicht gebeugten linken Arm, was der bevorzugten Stellung des RED Type entspricht. Sein Energiesystem funktioniert besser mit Spannkraft. Wohingegen der BLUE Type (Adam Scott) die Dehnung und gestreckte Gelenke integriert.

Im Impact setzt sich das fort

Bild 2*

Auch im Treffmoment sehen wir, wie beide ihr Konzept durchziehen. Jordan kommt hier mit leicht gebeugtem linken Arm im Treffmoment an – und das ist gut so! Genau auf diese Weise kann er seine Power voll entfalten, weil sein System durch flexibel gebeugte Gelenke vernetzt. Nicht das Gegenteil, aber die Powervariante des BLUE Type sehen wir bei Adam. Voll gestreckter linker Arm und auch das linke Bein rotiert bereits in volle Streckung.

zentrieren vs. extensiv

Bild 3* Beachte das linke Bein!

Hier sind sehr gut die beiden Zentrumsbewegungen zu erkennen! Jordan dreht über ein gebeugtes linkes Bein, während der BLUE Type extensiv über eine Streckung der linken Seite den Torso öffnet . Bei Jordan fällt auf, dass er die Aussenseite des linken Fußgelenks überdehnt – Grund dafür ist seine parallele Fußstellung im Setup. Normalerweise tendiert ein RED Type zum öffnen des linken Fußes, um besser über diese Seite rotieren zu können.

Kraftlinie vs. Kraftbogen

Bild 4* Kraftlinie und Kraftbogen

Merkmal der wichtigen Zentrumsbewegung (zentrierend oder extensiv) sind die Kraftlinie beim RED Type. Hier bei Jordan gut zu sehen, mit einem kleinen Knick, weil er sein linkes Knie lange gebeugt hält. Wie er selbst sagt, hat er dadurch das Gefühl den Schläger lange Square führen zu können.

Adam Scott zeigt einen schönen gedehnten Kraftbogen, welcher aus der extensiven, öffnenden Bewegung des BLUE Type resultiert.

Diese ästhetische Haltung im Finish sehen wir auch manchmal beim zentrierenden Spieler. Dann allerdings erst deutlich nach dem Impact zum Finish hin.

Zwei Top Schwünge, die Dir hoffentlich einen Eindruck von den wichtigen Powerpositionen aus Caddiesicht geben konnten. Hast du Fragen? Comment below!

Hit it Hard!

Note: Dieser Review kann dir Hinweise auf den Schwungtyp geben. Ich zeige dabei nur einige dominante Punkte. Du bekommst so einen guten Eindruck von den jeweils wichtigen Faktoren. Nicht alle Teilbewegungen des Spielers müssen dabei zu 100% als RED oder BLUE identifiziert werden. Wichtig ist vor allem die Qualität der Dynamik (extensiv/öffnend oder zentrierend im Körperzentrum). Die Beschreibung betrifft immer den Rechtshandschwung.

Bildquellen • Source: * Youtube: “Why Jordan Spieth’s Weird Swing Works So Well” | Swing Analysis | Golf Digest – 10.01.2017 • Markers added